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Mont Ventoux mit dem Rennrad: Der kahle Riese der Provence

Es gibt Anstiege, die Dich mit Serpentinen und Aussicht belohnen. Und es gibt den Mont Ventoux. Der 1.909 Meter hohe Klotz in der Provence ist kein eleganter Alpenpass, sondern ein einzelner, freistehender Berg mitten in der Landschaft – weithin sichtbar, oben komplett kahl, und für viele Rennradfahrer der härteste Anstieg, den sie je gefahren sind.

By Vincent Augustin 8 minutes read time

Mont Ventoux mit dem Rennrad: Der kahle Riese der Provence
About the author Vincent Augustin

Vincent founded MYVELO together with Fabian. The two share a long-standing passion for cycling. Together they have cycled thousands of kilometers and fought for victories in the German racing bike league. The idea of founding MYVELO arose from their many years of experience and knowledge of what makes a good bike. Find out more about MYVELO now

Published: August 27, 2026  |  Updated: August 27, 2026

 

Zwei Rennradfahrer in MYVELO-Trikots am frühen Morgen kurz vor dem Start am Fuß des Mont Ventoux

Anders als die Alpe d'Huez mit ihren 21 Kehren oder der Passo dello Stelvio mit seinen 48 gibt Dir der Ventoux keine Verschnaufpausen. Es gibt kaum Kehren, kaum Gefälle, kaum Schatten – nur eine Straße, die neun Kilometer lang mit über 9 % durch den Wald zieht und Dich dann auf einem weißen Geröllfeld dem Wind aussetzt.

Warum der Ventoux anders ist als jeder Alpenanstieg

Der Ventoux gehört geologisch nicht zu den Alpen. Er steht allein – ein isolierter Kalksteinriese über der provenzalischen Ebene, den man aus 100 Kilometern Entfernung sieht. Genau daher kommt vermutlich auch sein Name: Die traditionelle Herleitung vom lateinischen Mons Ventosus ("windiger Berg") gilt heute als fraglich; neuere Forschung führt den Namen auf eine vorlateinische Wurzel zurück, die schlicht "der weithin sichtbare Berg" bedeutet.

Der Berg durchläuft auf seinen gut 1.600 Höhenmetern sämtliche europäischen Klima- und Vegetationszonen – vom mediterranen Fuß mit Lavendel und Weinbergen bis zu lapplandartigen Verhältnissen am Gipfel. Das ist kein malerisches Detail, sondern der Kern der Herausforderung: Du startest bei 30 °C im Sommer und fährst innerhalb von zwei Stunden in eine völlig andere Welt.

Und dann ist da der Wind. Am 19. November 1967 wurden am Gipfel 320 km/h gemessen – bis heute die stärkste in Frankreich registrierte Windböe. Solche Extremwerte erlebst Du natürlich nicht, aber Mistral-Böen von 60 bis 90 km/h sind auf den letzten Kilometern völlig normal und der Grund, warum die Gipfelstraße regelmäßig gesperrt wird.

Die drei Auffahrten im Vergleich

Zum Gipfel führen drei Straßen. Sie unterscheiden sich deutlich – und die Wahl entscheidet, ob der Ventoux für Dich ein Fest oder ein Kampf wird.

Auffahrt Länge Höhenmeter Ø Steigung Charakter
Bédoin (Südwesten) 21,4 km 1.603 Hm 7,5 % Der Klassiker. Härteste Variante, brutaler Waldabschnitt.
Malaucène (Nordwesten) 21,1 km 1.583 Hm 7,5 % Auf dem Papier gleich hart, rhythmisch wechselhafter.
Sault (Osten) 25,6 km 1.170 Hm 4,5 % Die längste, aber mit Abstand einfachste Route.

Quelle der Streckendaten: Mont Ventoux, Wikipedia.

Bédoin ist die Auffahrt, die alle meinen, wenn sie "den Ventoux" sagen. Hier fuhr die Tour de France ihre großen Etappen, hier liegen die Rekorde, hier steht das Tom-Simpson-Denkmal.

Malaucène hat fast identische Eckdaten, verteilt die Steigung aber anders: mehrere sehr steile Rampen wechseln sich mit kurzen flacheren Passagen ab. Wer im Rhythmus fahren kann, kommt hier oft besser zurecht – wer gleichmäßiges Tempo braucht, leidet.

Sault liegt bereits auf 760 Metern und ist deshalb die mit Abstand mildeste Variante. Die ersten 20 Kilometer sind mit rund 3–4 % kaum mehr als ein langes Rollen durch Lavendelfelder – erst auf den letzten sechs Kilometern ab Chalet Reynard triffst Du auf dieselbe Schlussrampe wie alle anderen. Für den ersten Ventoux-Besuch ist Sault eine völlig legitime Wahl.

Wer alle drei an einem Tag fährt, ist Mitglied im Club des Cinglés du Mont-Ventoux – rund 137 Kilometer und 4.400 Höhenmeter.

Die Bédoin-Rampe: drei Berge in einem

Der Klassiker zerfällt in drei Abschnitte, die sich anfühlen, als würdest Du drei verschiedene Anstiege hintereinander fahren.

Kilometer 0–5,5: Die Falle

Von Bédoin (ca. 300 m) geht es zunächst mit 3–5 % durch Weinberge und Obstplantagen bis zur Kurve von Saint-Estève auf 541 Metern. Es fährt sich schnell, das Wetter ist warm, die Beine sind frisch – und genau hier verlieren die meisten ihren Tag. Wer diese fünf Kilometer im Wohlfühltempo überfährt, zahlt im Wald doppelt.

Kilometer 5,5–16: Der Wald

Ab Saint-Estève knickt die Straße scharf links – und die Steigung springt auf über 9 % und bleibt dort. 9,5 Kilometer am Stück mit durchschnittlich über 9 %, ohne eine einzige echte Erholungspassage. Die Straße ist eng, die Sichtlinien sind schlecht, die Bäume nehmen jeden Fahrtwind, und das Ende sieht man nie.

Dieser Abschnitt ist der eigentliche Ventoux. Es gibt hier keine Taktik außer: gleichmäßig treten, tief atmen, trinken. Wer den Wald überlebt, kommt oben an.

Kilometer 16–21,4: Die Mondlandschaft

Bei Chalet Reynard (ca. 1.405 m) reißt der Wald auf – und der Berg zeigt sein berühmtes Gesicht: weiße Kalkgeröllfelder, kein Baum, kein Schatten, kein Windschutz. Die Steigung lässt mit rund 7–9 % nominell etwas nach, doch jetzt kommen Hitzestrahlung vom hellen Fels und der Mistral dazu. Die letzten Kilometer sind der Grund, warum der Ventoux seinen Ruf hat.

Kahler Gipfelgrat des Mont Ventoux mit weißem Kalkgeröll und der Straße, die sich am Hang entlangzieht

Von unten sieht dieser Abschnitt harmlos aus – er ist es nicht. Die weiße Fläche wirft die Sonne zurück, es gibt keinen Meter Schatten, und das Observatorium am Gipfel bleibt eine gefühlte Ewigkeit gleich weit entfernt.

Blick von der Straße auf das Observatorium am Gipfel des Mont Ventoux über der grauen Geröllflanke

Rund 1,5 Kilometer vor dem Gipfel passierst Du das Denkmal für Tom Simpson. Der britische Fahrer brach hier am 13. Juli 1967 während der Tour de France zusammen und starb mit 29 Jahren; bei ihm wurden Amphetamintabletten und Alkohol gefunden. Praktisch jeder Rennradfahrer hält hier kurz an. Es gehört dazu.

Hitze ist der eigentliche Gegner

Bei den meisten großen Anstiegen ist die Steigung das Problem. Am Ventoux ist es die Temperatur – und das ist keine Stimmungsfrage, sondern messbar.

Die sportwissenschaftliche Übersichtsarbeit von Périard und Kollegen fasst den Stand der Forschung zusammen: Ausdauerleistung wird mit steigender Wärmebelastung deutlich beeinträchtigt, vermittelt über Anpassungen im Herz-Kreislauf-System, im zentralen Nervensystem und in der Skelettmuskulatur. Ab Umgebungstemperaturen von etwa 30 °C bricht die Leistung im Zeitfahren spürbar ein. Dazu kommt der Flüssigkeitsverlust: Pro Prozent Körpergewichtsverlust durch Schwitzen steigt die Körperkerntemperatur um 0,2–0,4 °C – ein sich selbst verstärkender Effekt.

Für den Ventoux heißt das konkret:

  • Zwei volle Flaschen ab Bédoin. Zwischen Saint-Estève und Chalet Reynard gibt es nichts. Bei Hitze reicht das gerade so.
  • Nachfüllen am Chalet Reynard. Das ist die letzte Gelegenheit vor dem Gipfel.
  • Früh starten. Im Juli und August fährst Du sinnvollerweise vor 9 Uhr los. Der Wald ist im Mittagsbereich ein Backofen ohne Luftzug.
  • Zurückhaltender fahren, als Du denkst. Bei über 30 °C ist Deine nachhaltige Leistung schlicht niedriger als im Frühjahr.

Wer sich gezielt auf solche Bedingungen vorbereiten will, findet in unserem Artikel zum Hitzetraining mit dem Rennrad die passenden Methoden – und beim Flüssigkeitsbedarf beim Rennradfahren die Grundlagen zur richtigen Trinkstrategie.

Übersetzung und Material

Der Ventoux verzeiht keine zu große Übersetzung. Bei 9,5 Kilometern am Stück mit über 9 % kannst Du nicht "kurz durchdrücken" – Du brauchst eine Trittfrequenz, die Du zwei Stunden lang halten kannst.

  • Empfehlung: 34er Kettenblatt vorne, mindestens 32, besser 34 Zähne hinten. Wer unter 3 Watt pro Kilogramm an der Schwelle liegt, sollte ernsthaft über 36 Zähne oder eine 1:1-Übersetzung nachdenken.
  • Gewicht: Am Ventoux zählt das Verhältnis von Leistung zu Gewicht mehr als an fast jedem anderen Anstieg. Wie Du diese Kennzahl einordnest, erklären wir unter Watt pro Kilo.
  • Bremsen: Die Abfahrt nach Malaucène ist schnell, mit langen Geraden und ein paar sehr engen Kurven – siehe dazu bergab fahren mit Kurven.
  • Kleidung: Klingt absurd bei 33 °C am Fuß, ist aber Pflicht: eine Windweste in die Rückentasche. Oben können 15 °C weniger und kräftiger Wind herrschen – die Abfahrt mit durchgeschwitztem Trikot ist sonst unangenehm bis riskant.

Ein Rad, das für genau solche langen Anstiege gebaut ist, ist das MYVELO Verona oder das MYVELO Tourmalet Rennrad – nicht ganz zufällig ebenfalls nach einem legendären Tour-Anstieg benannt.

Wann Du fahren kannst

Die Gipfelstraße ist offiziell vom 1. November bis 15. Mai gesperrt. In der Praxis:

  • Mai/Juni: Beste Zeit. Moderate Temperaturen, Lavendel blüht im Juli, Straße frei.
  • Juli/August: Am vollsten und am heißesten. Machbar, aber nur früh am Morgen.
  • September/Oktober: Zweitbeste Zeit. Ruhiger, angenehme Temperaturen – aber der Mistral wird häufiger.

Prüfe vor der Auffahrt immer die aktuelle Gipfel-Sperrung. Bei starkem Mistral wird die Straße oberhalb von Chalet Reynard kurzfristig geschlossen, unabhängig von der Jahreszeit.

Zeiten: Was ist realistisch?

Der schnellste je gefahrene Aufstieg von Bédoin stammt von Tadej Pogačar, der die Auffahrt auf der 16. Etappe der Tour de France 2025 in rund 54:51 Minuten bewältigte und damit die 20 Jahre alte Bestmarke von Iban Mayo (55:51, Critérium du Dauphiné 2004) unterbot. Je nach Startpunkt der Zeitnahme kursieren leicht abweichende Werte – die Größenordnung bleibt dieselbe.

Für alle anderen gilt: Der Ventoux ist ein Berg, an dem man ankommt, nicht einer, an dem man Zeiten jagt.

Fahrertyp Realistische Zeit (Bédoin)
Sehr gut trainierte Amateure 1:15 – 1:35 h
Ambitionierte Hobbyfahrer 1:35 – 2:10 h
Solide Grundlagenausdauer 2:10 – 3:00 h

 

Wer die 21,4 Kilometer ohne Fuß auf dem Boden schafft, hat den Ventoux bezwungen – die Uhr ist zweitrangig. Was hier tatsächlich zählt, ist der Kopf: Der Waldabschnitt ist genau die Art von Belastung, die man nicht wegtreten, sondern nur aushalten kann. Mehr dazu in Mentale Stärke durch Fahrradfahren.

Selbst gefahren: alle drei Auffahrten an einem Tag

Am 28. Juli 2026 sind wir die komplette Cinglés-Runde gefahren: Bédoin, Malaucène, Sault – drei Auffahrten, drei Abfahrten, ein Tag. Die folgenden Zahlen stammen aus der Aufzeichnung dieser Fahrt (Wahoo ELEMNT ROAM, Leistungsmesser), die GPX-Datei dazu findest Du weiter unten.

Die Eckdaten

Datum 28. Juli 2026, Start 8:09 Uhr
Start / Ziel Quartier rund 7 km südlich von Bédoin
Distanz 142,4 km (die reine Cinglés-Runde ab Bédoin sind rund 137 km)
Höhenmeter ca. 4.400 Hm
Höchster Punkt 1.893 m (barometrisch gemessen am Gipfel)
Fahrzeit 7:44 h
Gesamtdauer 8:49 h (inkl. aller Pausen)
Ø Leistung 165 W (normalisiert 185 W)
Ø Puls / max. 138 / 159 bpm
Ø Trittfrequenz 61 U/min
Temperatur Ø 29 °C, Spitzenwert 43 °C
Verbrauch ca. 4.600 kcal
Max. Geschwindigkeit 76 km/h (Abfahrt nach Bédoin)

1. Auffahrt: Bédoin, 8:30 Uhr

Der frühe Start ist Notwendigkeit. Um halb neun in den Wald einzubiegen bedeutet: 22 °C im Schnitt auf der gesamten Auffahrt, Spitzenwert 26 °C. Die 20 Kilometer bis zum Gipfel brauchten 1:55 Stunden bei 203 Watt und einem Durchschnittspuls von 146 – der mit Abstand kräftigste der drei Anstiege, weil die Beine noch frisch waren.

Zwei Rennradfahrer mit ihren Rädern am Gipfelschild „Sommet du Ventoux“ nach der ersten Auffahrt

Die anschließende Abfahrt nach Malaucène: 20,3 Kilometer in 37 Minuten. Genug Zeit, um auszukühlen – und um zu merken, dass die Temperatur unten inzwischen deutlich gestiegen ist.

2. Auffahrt: Malaucène, 11:16 Uhr

Auf dem Papier ist Malaucène genauso hart wie Bédoin. Im Tagesverlauf ist es die härtere Auffahrt, weil sie in die Mittagshitze fällt: 32 °C im Schnitt, in der Spitze 39 °C. Die Leistung fiel entsprechend auf 185 Watt, die Zeit stieg auf 2:07 Stunden – bei niedrigerem Puls als am Morgen. Genau das beschreibt die Hitzeforschung: gleiche Anstrengung, weniger Leistung.

Rennradfahrer im Anstieg über der Baumgrenze am Mont Ventoux, im Hintergrund die Berge der Provence im Dunst

Oberhalb von 1.700 Metern wird es das erste Mal an diesem Tag angenehm – Fahrtwind, etwas kühlere Luft, freie Sicht über die halbe Provence.

Zwei Rennradfahrer am Gipfelschild des Mont Ventoux nach der zweiten Auffahrt des Tages

3. Auffahrt: Sault, 14:25 Uhr

Die vermeintlich einfachste Auffahrt wurde zur Zähesten. Nicht wegen der Steigung – 23,7 Kilometer mit knapp 1.100 Höhenmetern sind für sich genommen moderat –, sondern wegen der Bedingungen: 37 °C im Schnitt, in der Spitze 43 °C. Das ist der Sensorwert am Lenker in praller Sonne und damit höher als die Lufttemperatur im Schatten, aber genau das ist es, was auf der Straße ankommt.

Straßenschild „Le Mont Ventoux 1910 m – Géant de Provence“, darunter die Angabe 6 km, 7,1 % auf 1 km, Alt. 1441 m

Ab Chalet Reynard teilt sich die Route die letzten sechs Kilometer mit den anderen beiden Auffahrten – zum dritten Mal an diesem Tag, jetzt in der Nachmittagssonne auf dem hellen Kalk. 1:56 Stunden bei 174 Watt, Puls 141.

Zwei Rennradfahrer zeigen drei Finger am Gipfelschild des Mont Ventoux nach der dritten Auffahrt

Die Abfahrt zurück nach Bédoin war mit 20,3 Kilometern in 23 Minuten die schnellste des Tages. Um 16:58 Uhr war die Runde zu Ende.

Dorfbrunnen in Bédoin, im Hintergrund der Gipfel des Mont Ventoux mit dem Observatorium

Was wir daraus mitgenommen haben

  • Die Reihenfolge entscheidet. Bédoin zuerst zu fahren ist richtig - die härteste Auffahrt in der kühlsten Stunde. Wer mit Sault beginnt, hat den Waldabschnitt von Bédoin am Nachmittag vor sich.
  • Die Hitze kostet mehr als die Höhenmeter. Zwischen der ersten und dritten Auffahrt lagen 29 Watt Unterschied bei praktisch gleichem Puls - geschuldet der Temperatur.
  • Trittfrequenz 61 im Schnitt. Über den ganzen Tag inklusive Abfahrten. Wer an einem solchen Tag mit zu großer Übersetzung fährt, zahlt spätestens bei der dritten Auffahrt.
  • Wasser ist die halbe Planung. Nachfüllen war an jedem der drei Startorte und an jedem Chalet Reynard Pflicht.

GPS-Track zum Download

Der komplette Track der Cinglés-Runde – Bédoin → Gipfel → Malaucène → Gipfel → Sault → Gipfel → Bédoin – steht als GPX-Datei zum Download bereit: 142,4 Kilometer, rund 4.400 Höhenmeter.

Wer nur eine einzelne Auffahrt fahren will, kann die entsprechenden Abschnitte aus dem Track übernehmen oder die Route in gängigen Planern nachbauen – Start Bédoin, Malaucène oder Sault, Ziel jeweils das Gipfel-Observatorium.

Fazit

Der Ventoux ist der ehrlichste Anstieg im europäischen Rennradkalender. Er hat keine Tricks, keine Kehren zum Verstecken, keine Passage zum Erholen. Er stellt Dir zwei Stunden lang dieselbe Frage -und Du beantwortest sie mit gleichmäßigem Tempo, genug Wasser und einer Übersetzung, die klein genug ist.

Und wenn Du oben am Observatorium stehst, über die gesamte Provence blickst und der Wind Dich fast vom Rad drückt, verstehst Du, warum dieser Berg in einer Reihe mit den größten Symbolen des Radsports steht – über die wir in Die Symbole der Tour de France ausführlich schreiben.

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Streckenlänge
Aufstieg
Abstieg
Höchstpunkt

TdF Climb Calculator

km distance
m elevation
avg. grade
75 kg
8 kg
200 W

Sources & References

Weitere Infos und Häufige Fragen about Häufige Fragen zum Mont Ventoux

Lass Dich von Fahrrad-Enthusiasten beraten

Das hängt von der Auffahrt ab. Die klassische Route von Bédoin ist 21,4 Kilometer lang, überwindet 1.603 Höhenmeter und hat eine Durchschnittssteigung von 7,5 %. Von Malaucène sind es 21,1 Kilometer und 1.583 Höhenmeter bei ebenfalls 7,5 %, von Sault 25,6 Kilometer und 1.170 Höhenmeter bei nur 4,5 %. Der Gipfel liegt auf 1.909 Metern.

Die Route von Sault. Sie startet bereits auf rund 760 Metern und hat mit 4,5 % die mit Abstand geringste Durchschnittssteigung – die ersten 20 Kilometer sind vergleichsweise flach. Erst ab Chalet Reynard teilt sie sich die letzten sechs Kilometer mit den anderen Routen.

In der Summe ja. Die Alpe d'Huez ist 13,8 Kilometer lang mit 8,1 % Durchschnittssteigung, der Ventoux von Bédoin 21,4 Kilometer mit 7,5 % – also deutlich mehr Höhenmeter und rund die anderthalbfache Zeit im Sattel. Dazu kommen am Ventoux fehlender Schatten, Hitzestrahlung vom Kalkgestein und der Mistral auf den letzten Kilometern.

Mindestens 34 Zähne vorne und 32 hinten. Der Waldabschnitt zwischen Saint-Estève und Chalet Reynard hält über 9,5 Kilometer durchgehend mehr als 9 % Steigung – ohne kleine Übersetzung fährst Du dort dauerhaft in einem Bereich, den Du nicht zwei Stunden halten kannst. Wer weniger als 3 Watt pro Kilogramm an der Schwelle leistet, sollte 34 oder 36 Zähne hinten wählen.

Die Gipfelstraße ist offiziell vom 1. November bis 15. Mai gesperrt. Die besten Zeiten für eine Auffahrt sind Ende Mai bis Juni sowie September und Oktober. Im Hochsommer solltest Du wegen der Hitze vor 9 Uhr starten. Bei starkem Mistral kann der Abschnitt oberhalb von Chalet Reynard auch in der Saison kurzfristig gesperrt werden.

Der Berg ist so hoch, dass er oberhalb von rund 1.400 Metern über der Baumgrenze liegt und alle europäischen Klimazonen bis hin zu lapplandartigen Verhältnissen durchläuft. Das freiliegende weiße Kalkgestein verstärkt an heißen Tagen zusätzlich die Wärmestrahlung – und bietet keinerlei Schutz vor dem Mistral.

Alle drei Auffahrten an einem Tag ergeben rund 142 Kilometer und etwa 4.400 Höhenmeter. Unsere eigene Runde am 28. Juli 2026 brauchte 7:44 Stunden reine Fahrzeit und 8:49 Stunden vom Start bis zur Rückkehr nach Bédoin – bei einer Durchschnittsleistung von 165 Watt und Temperaturen bis 43 °C. Realistisch solltest Du einen vollen Tag einplanen und früh starten: Die erste Auffahrt lief bei 22 °C, die dritte bei 37 °C.

Die schnellste je gemessene Auffahrt von Bédoin gelang Tadej Pogačar auf der 16. Etappe der Tour de France 2025 in rund 54:51 Minuten. Er unterbot damit die seit 2004 bestehende Bestmarke von Iban Mayo (55:51). Für gut trainierte Hobbyfahrer sind eher 1:35 bis 2:10 Stunden realistisch.

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