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Warum Rennräder ohne Pedale verkauft werden – und welches Pedalsystem für den Einstieg sinnvoll ist

Wer sich zum ersten Mal mit dem Kauf eines Rennrads beschäftigt, stolpert fast immer über dieselbe Frage:

„Moment mal … warum sind da eigentlich keine Pedale dran?“

Schließlich gehören Pedale doch irgendwie zum Fahrrad wie Reifen oder der Lenker.

Von Fabian Huber  |  3 minutes read time

Warum Rennräder ohne Pedale verkauft werden – und welches Pedalsystem für den Einstieg sinnvoll ist
About the author Fabian Huber

Fabian founded MYVELO together with Vincent. The two share a long-standing passion for cycling. Together they have cycled thousands of kilometers and fought for victories in the German racing bike league. The idea of founding MYVELO arose from their many years of experience and knowledge of what makes a good bike. Find out more about MYVELO now

Published: February 5, 2026  |  Updated: February 5, 2026

Dass viele Rennräder trotzdem ohne Pedale ausgeliefert werden, hat gute Gründe – und die hängen direkt mit Fahrstil, Effizienz und persönlichen Vorlieben zusammen. Gerade für Einsteiger ist es wichtig, dieses Thema zu verstehen, um Fehlkäufe (und Frust) zu vermeiden.

Warum Rennräder meist ohne Pedale verkauft werden

Rennrad Schuhe

1. Pedale sind beim Rennrad keine Nebensache

Beim Rennradfahren spielen Pedale eine deutlich größere Rolle als bei Alltags- oder Trekkingrädern. Sie beeinflussen:

  • die Kraftübertragung

  • die Trittfrequenz

  • die Effizienz beim Fahren

  • den Komfort auf längeren Strecken

Kurz gesagt: Pedale sind ein zentrales Performance-Bauteil – und extrem individuell.

2. Jeder Fahrer hat andere Vorlieben

Während bei Cityrädern fast immer einfache Plattformpedale montiert sind, gibt es im Rennradbereich verschiedene Pedalsysteme, die sich deutlich unterscheiden. Hersteller würden zwangsläufig „irgendwas“ montieren – und das passt dann oft nicht zum Fahrer.

Deshalb überlassen die meisten Marken die Entscheidung bewusst dem Käufer.

MYVELO Oslo Endurance Rennrad - myvelo.de

3. Viele Fahrer haben bereits ein System

Gerade ambitioniertere Fahrer besitzen oft schon Pedale, Cleats und passende Schuhe und möchten diese auch am neuen Rennrad weiter nutzen. Ein vormontiertes Pedal würde dann nur unnötige Kosten verursachen.

4. Preis und Gewicht

Pedale kosten – je nach System – schnell 50 bis 200 Euro und mehr. Würden hochwertige Pedale serienmäßig montiert, würde das den Verkaufspreis erhöhen. Billige Pedale wiederum passen nicht zum Anspruch eines Rennrads.


Die wichtigsten Pedalsysteme im Überblick

Für Rennrad-Einsteiger gibt es im Grunde drei relevante Optionen.

1. Plattformpedale – der einfachste Einstieg

Plattformpedale kennt man von Alltagsrädern. Man fährt mit normalen Schuhen, klickt nichts ein, alles ist sofort vertraut.

Vorteile:

  • keine speziellen Schuhe nötig

  • intuitiv und sicher

  • ideal für kurze Probefahrten

Nachteile:

  • schlechte Kraftübertragung

  • Fuß kann verrutschen

  • auf längeren Strecken ineffizient

👉 Fazit: Für die ersten Meter okay, aber keine Dauerlösung fürs Rennradfahren.


2. Klickpedale – der Rennrad-Standard

Klickpedale verbinden Schuh und Pedal über eine Cleat-Platte. Der Fuß ist fixiert, lässt sich aber durch eine Drehbewegung nach außen wieder lösen.

Typische Rennrad-Systeme sind:

  • SPD-SL (Shimano)

  • Look Keo

Vorteile:

  • sehr effiziente Kraftübertragung

  • runderer Tritt

  • sicherer Stand, auch bei hoher Trittfrequenz

Nachteile:

  • spezielle Schuhe nötig

  • Eingewöhnung nötig (ja, fast jeder kippt am Anfang mal um 😄)

👉 Fazit: Wer ernsthaft Rennrad fahren möchte, kommt an Klickpedalen kaum vorbei.


3. SPD-Pedale – der Kompromiss für Einsteiger

SPD-Pedale (ursprünglich aus dem MTB-Bereich) sind bei Einsteigern sehr beliebt.

Vorteile:

  • leichtes Ein- und Ausklicken

  • man kann mit den Schuhen gut laufen

  • ideal für Alltag, Pendeln und Touren

Nachteile:

  • etwas weniger Auflagefläche als reine Rennradpedale

👉 Fazit: Perfekt für Anfänger, die Sicherheit, Komfort und Alltagstauglichkeit kombinieren wollen.


Worauf Rennrad-Einsteiger beim Pedalsystem achten sollten

Pedale Rennrad

1. Sicherheit geht vor

Gerade am Anfang ist ein leichtes Ausklicken entscheidend. Viele Systeme bieten einstellbare Auslösehärten – das sollte man nutzen.

2. Passende Schuhe

Pedale und Schuhe müssen zusammenpassen. Rennradschuhe sind:

  • steif (bessere Kraftübertragung)

  • leicht

  • aber weniger bequem beim Gehen

SPD-Schuhe sind meist etwas weicher und alltagstauglicher.

3. Einsatzbereich realistisch einschätzen

  • kurze Feierabendrunden → SPD oder sogar Plattform

  • längere Touren & Training → Klickpedale

  • Stadt + Rennrad → SPD-Systeme mit beidseitiger Nutzung

4. Nicht vom Profi blenden lassen

Nur weil Profis ultraleichte High-End-Pedale fahren, heißt das nicht, dass diese für Anfänger sinnvoll sind. Komfort, Vertrauen und Kontrolle sind wichtiger als ein paar Gramm Gewicht.


Typische Anfängerfehler – und wie man sie vermeidet

  • ❌ Zu harte Auslösehärte eingestellt

  • ❌ Cleats falsch montiert → Knieschmerzen

  • ❌ Zu früh High-End-Systeme kaufen

  • ❌ Keine Eingewöhnungszeit einplanen

💡 Tipp: Die ersten Klickversuche auf einer Wiese oder an einer Hauswand machen – das spart blaue Flecken.


Fazit: Keine Pedale sind kein Mangel – sondern ein Vorteil

Dass Rennräder ohne Pedale verkauft werden, ist kein Spartrick, sondern eine bewusste Entscheidung für Individualität. Das Pedalsystem entscheidet maßgeblich darüber, wie sicher, effizient und entspannt man auf dem Rennrad unterwegs ist.

Für Einsteiger gilt:

  • Plattformpedale: nur zum Reinschnuppern

  • SPD-Pedale: idealer Start

  • Rennrad-Klickpedale: nächster Schritt, wenn die Leidenschaft wächst

Wer sich hier bewusst entscheidet, legt den Grundstein für viele schmerzfreie, effiziente und vor allem spaßige Kilometer auf dem Rennrad

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