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Beckenboden beim Rennradfahren: Warum er wichtiger ist, als man denkt

Wer an Rennradfahren denkt, hat oft Bilder von durchtrainierten Beinen, kraftvollen Antritten und aerodynamischer Haltung im Kopf. Doch ein Muskel spielt eine unterschätzte, aber entscheidende Rolle: der Beckenboden. Er ist nicht nur für Stabilität und Körperkontrolle wichtig, sondern auch für Komfort, Leistungsfähigkeit – und die langfristige Gesundheit auf dem Rad.

Von Vincent Augustin  |  3 minutes read time

Beckenboden beim Rennradfahren
About the author Vincent Augustin

Vincent founded MYVELO together with Fabian. The two share a long-standing passion for cycling. Together they have cycled thousands of kilometers and fought for victories in the German racing bike league. The idea of founding MYVELO arose from their many years of experience and knowledge of what makes a good bike. Find out more about MYVELO now

Published: November 20, 2025

Was ist der Beckenboden überhaupt?

Der Beckenboden ist eine komplexe Muskelgruppe, die wie eine Hängematte den unteren Teil des Beckens auskleidet. Sie stützt die inneren Organe (Blase, Darm und – bei Frauen – die Gebärmutter) und spielt eine zentrale Rolle bei:

  • der Kontinenzkontrolle (Blase & Darm),

  • der Stabilisierung der Körpermitte,

  • der Kraftübertragung zwischen Ober- und Unterkörper,

  • und sogar bei der Sexualfunktion.

Kurz gesagt: Ohne einen funktionierenden Beckenboden fehlt dem Körper das stabile Fundament, um effizient Kraft aufs Pedal zu bringen.


Beckenbodenbelastung beim Rennradfahren

Beim Rennradfahren lastet ein großer Teil des Körpergewichts über den Sattel auf dem Beckenbereich. Das führt dazu, dass der Beckenboden dauerhaft Druckbelastung ausgesetzt ist.
Zudem ist die typische, nach vorne geneigte Sitzhaltung zwar aerodynamisch günstig, kann aber auch den Druck auf die perineale Region (den Damm) erhöhen – dort, wo Nerven und Blutgefäße verlaufen, die empfindlich auf Überlastung reagieren.

Mögliche Folgen:

  • Taubheitsgefühle im Genitalbereich

  • Druckschmerzen am Damm

  • Probleme beim Wasserlassen

  • Und in extremen Fällen: eine gereizte oder geschwächte Beckenbodenmuskulatur

Das betrifft Männer wie Frauen gleichermaßen, auch wenn die Beschwerden oft unterschiedlich wahrgenommen oder tabuisiert werden.


Mythos: Radfahren schadet dem Beckenboden

Mythos Beckenboden

Ein weit verbreiteter Mythos lautet, Radfahren würde den Beckenboden „kaputtmachen“.
Die Wahrheit: Das Gegenteil ist oft der Fall – wenn man es richtig macht.

Regelmäßiges, maßvolles Rennradfahren kann die Durchblutung im Beckenbereich fördern und zur Kräftigung der Haltemuskulatur beitragen. Problematisch wird es nur, wenn:

  • der Sattel nicht richtig eingestellt ist,

  • man dauerhaft zu viel Druck auf den Damm ausübt,

  • oder die Rumpf- und Beckenbodenmuskulatur zu schwach ist, um das Gewicht richtig zu verteilen.


So schützt und stärkt man den Beckenboden beim Rennradfahren

Beckenboden Training

1. Sattelanpassung ist entscheidend

Ein ergonomisch passender Sattel ist das A und O. Achte auf:

  • eine Aussparung oder Vertiefung im Dammbereich, um Druck zu reduzieren,

  • die richtige Breite, die sich an den Sitzknochen orientiert,

  • die korrekte Neigung: leicht nach vorn gekippt kann helfen, Druck zu minimieren.

👉 Tipp: Ein Bikefitting beim Fachhändler lohnt sich. Schon kleine Veränderungen im Sattelwinkel können den Druck massiv verringern.


2. Rumpf- und Core-Training einbauen

Ein starker Core entlastet den Beckenboden, weil das Körpergewicht besser über Rumpf und Schultern verteilt wird.
Besonders hilfreich:

  • Planks

  • Brückenübungen

  • Bird Dog

  • Seitstützvarianten

Diese Übungen fördern Stabilität und reduzieren die statische Dauerbelastung auf den Beckenboden.


3. Beckenboden gezielt trainieren

Ja – auch Männer sollten das tun!
Klassisches Beckenbodentraining (Kegel-Übungen) hilft, die Kontrolle und Spannkraft zu verbessern.
Einfach mal ausprobieren:

  • Setze Dich aufrecht hin,

  • spanne die Muskeln an, als würdest Du den Urinstrahl unterbrechen,

  • halte 5 Sekunden, dann entspanne wieder.
    Wiederhole das 10–15 Mal pro Tag – am besten regelmäßig.


4. Regelmäßige Entlastung

Bei langen Fahrten sollte man regelmäßig:

  • kurz aufstehen und im Wiegetritt fahren,

  • die Sitzposition variieren,

  • und ggf. kurze Pausen einlegen.
    Schon 30 Sekunden Entlastung pro Viertelstunde kann Wunder wirken.


5. Achte auf Warnsignale

Taubheitsgefühle, Druckschmerzen oder ungewohnte Empfindungen im Beckenbereich sind Warnsignale.
Man sollte sie nicht ignorieren, sondern den Sattel prüfen oder einen Arzt bzw. Physiotherapeuten konsultieren – idealerweise mit Erfahrung im Radsport.


Fazit: Ein starker Beckenboden – die unsichtbare Kraftquelle

Der Beckenboden ist kein Tabuthema, sondern ein zentraler Bestandteil einer gesunden, kraftvollen Rennradhaltung. Wer ihn stärkt, fährt nicht nur effizienter, sondern auch beschwerdefreier – und profitiert langfristig von besserer Körperkontrolle und Stabilität.

Also: Sattel richtig einstellen, regelmäßig entlasten und Beckenbodenübungen integrieren. Denn nur, wer in der Mitte stark ist, kann auf Dauer vorne mitfahren. 💪🚴

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